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Gegen Bluthochdruck hilft statt Medikation auch Meditation
31.05.2005 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Eine Meditation in Kombination mit Atemtechniken kann erhöhten Blutdruck senken. Das haben Mediziner von der Uni Würzburg in einer Studie herausgefunden. Bei ihren Testpersonen schlug eine christliche kontemplative Meditation so gut an, wie dies sonst nur durch eine Behandlung mit Arzneimitteln erreicht werden kann. Wird die Therapie bei zu hohem Blutdruck künftig also auf Meditation setzen statt auf Medikation? Ganz so allgemein lässt sich das wohl nicht sagen. Zum einen gilt das Ergebnis der Würzburger Mediziner Wolfram Voelker, Paul Manikonda, Stefan Störk und Simone Toegel nur für Patienten, deren Bluthochdruck leicht bis mittelschwer und durch Stress bedingt ist. Außerdem nahmen die Versuchspersonen freiwillig an der Studie teil, standen der Meditation also aufgeschlossen gegenüber - und eine solch positive Einstellung kann das Ergebnis einer medizinischen Studie beeinflussen. Aber dennoch: Die Ergebnisse waren eindeutig und statistisch signifikant, wie Voelker betont. 52 Blutdruck-Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Meditationsgruppe zugeteilt oder einer Vergleichsgruppe, die nicht meditierte. Erstere absolvierte im Würzburger Benediktinerkloster unter Anleitung eine christlich geprägte, ganzheitliche kontemplative Meditation und übte spirituelle Atemtechniken ein. Nach vier Wochen Einführung und weiteren vier Wochen Meditation (zwei Mal pro Tag jeweils 40 Minuten) war der Blutdruck der Teilnehmer so stark gesunken, "wie man es sonst nur mit Medikamenten hinbekommt", sagt der Professor von der Medizinischen Universitätsklinik. "Die Patienten fühlten sich außerdem besser, weil es keine Nebenwirkungen gab, wie sie bei Medikamenten nicht selten auftreten." Die blutdrucksenkende Wirkung der Meditation war insbesondere auch unter den Bedingungen eines Stress-Tests nachweisbar, der in der Uniklinik durchgeführt wurde. Bei der Vergleichsgruppe, in der nicht meditiert worden war, blieb der Blutdruck dagegen unverändert hoch. Wie die Meditation diesen positiven Effekt bewirkt, ist bislang nicht genau erklärbar. "Womöglich werden die bei Hochdruck-Patienten zusammengezogenen und dadurch verengten Blutgefäße durch einen positiven Effekt der Meditation auf das vegetative Nervensystem entspannt", so eine Mutmaßung. Denkbar ist auch, dass das Gehirn unter dem Einfluss der Meditation die Ausschüttung von Stresshormonen drosselt. Die Mediziner wollen nun in weiteren Studien untersuchen, ob der Effekt der Meditation auch über längere Zeit nachweisbar bleibt und welche Patienten am besten darauf ansprechen. Ebenso ist noch unklar, ob die Meditation dazu beitragen kann, blutdrucksenkende Medikamente einzusparen: Viele Menschen, die an schweren Formen des Bluthochdrucks leiden, müssen täglich bis zu fünf verschiedene Arzneimittel nehmen. Mit Hilfe der Meditation ließe sich diese Menge vielleicht verringern, hoffen die Wissenschaftler. Die Würzburger Mediziner haben ihre Studie am 16. Mai auf dem Internationalen Hypertonie-Kongress in San Francisco erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Die Ergebnisse wurden außerdem bei der US-Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" (JAMA) zur Publikation eingereicht. Paul Manikonda hat die Hauptarbeit bei der Durchführung dieser aufwändigen Studie geleistet, die nur dank der finanziellen Unterstützung der Diözese Würzburg möglich war. Der Pfarrer und Arzt verfolgt an der Universitätsklinik nach eigenem Bekunden das Anliegen vieler Menschen, "eine spirituelle und ganzheitliche Therapie zu entwickeln und in die Wissenschaft zu integrieren".
Weitere Informationen: Prof. Dr. Wolfram Voelker, T (0931) 201-36328, Fax (0931) 201-36291, E-Mail:
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Doppelbelastung - Multitasking - reduziert die Leistung!
Risiko raus! Beim Multitasking sind alle gleich - schlecht
Stefan Boltz, Pressestelle Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV 22.06.2010 12:01 Multitasking bestimmt unseren Arbeitsalltag. Aber können Frauen tatsächlich besser als Männer mit mehreren Aufgaben gleichzeitig jonglieren? Sind Jüngere belastbarer als Ältere? Eine Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG) widerlegt diese gängigen Vorurteile. Wer versucht, verschiedene Dinge gleichzeitig zu erledigen, zahlt einen Preis – egal ob Mann, Frau, jung oder alt. Nachlassende Leistungen, erhöhte Anspannung und dadurch ein potenziell erhöhtes Unfallrisiko sind die Folgen des Multitasking. Darauf weisen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften im Rahmen ihrer Präventionskampagne "Risiko raus!" hin. Die Leistung wird schlechter, der Puls beschleunigt sich An der Studie nahmen 32 männliche und 32 weibliche Versuchspersonen im Alter zwi-schen 21 und 60 Jahren teil. Sie bekamen zwei realitätsnahe Aufgaben gestellt: Zum einen sollten sie bei einer Fahrsimulation bei entsprechenden Signalen die Spur wechseln. Zum anderen wurde eine Bürotätigkeit nachgestellt. Die Probanden sollten per Knopfdruck entscheiden, ob Worte, die sie auf dem Bildschirm sahen, Rechtschreibfehler enthielten oder nicht. Beide Aufgaben wurden zunächst ohne, dann mit einer Zusatzaufgabe erledigt. Bei der Fahraufgabe sollten die Probanden etwa eine Telefonnummer ins Handy tippen oder eine Wegbeschreibung vorlesen. Bei der Wortaufgabe wurde ihnen ein Text über Kopfhörer vorgespielt, zu dem sie im Anschluss Fragen beantworten mussten. Untersucht wurden Leistung, subjektives Erleben und körperliche Reaktionen. Dabei zeigte sich, dass die Fahrleistung unter Multitasking-Bedingungen schlechter wurde, die Versuchspersonen waren angespannter, das Herz schlug schneller. Bei der Büroaufgabe zeigte sich ebenfalls eine Leistungsverschlechterung sobald eine weitere Aufgabe parallel bewältigt werden musste. Auch hier fühlten sich die Probanden angespannter. Dazu die Versuchsleiterin Dr. Hiltraut Paridon: "Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, erhöht damit seinen Stress und macht Fehler. Das ist weder für den Einzelnen gut, denn er schadet damit seiner Gesundheit. Noch ist es gut für das Unternehmen, denn bei Stress geschehen mehr Unfälle und die sind teuer." Da sich Doppelbelastungen im Arbeitsalltag aber kaum vollständig vermeiden lassen, rät Paridon: "Überprüfen Sie, in welchen Situationen Multitasking besonders kritisch ist und versuchen Sie an diesen Stellen etwas zu verändern. Das gilt vor allem für sicherheitsrelevante Tätigkeiten. Um seine eigene Gesundheit und die anderer zu schützen, sollte Multitasking vermieden werden."
Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Pressestelle der DGN Deutsche Gesellschaft für Neurologie 25.09.2009 18:26 Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren halten das Gehirn fit. Wie Experten auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg berichteten, belegt eine Vielzahl aktueller Studien, dass körperliche Aktivität sogar vor der Alzheimer Krankheit schützen kann, so wie vor Depressionen und Schlaganfällen "Es sollte jeder Erwachsene täglich mindestens 30 Minuten körperlich aktiv sein", rät die Neurologie-Professorin und erfolgreiche Triathletin Barbara Tettenborn. Mit diesem vergleichsweise geringen Einsatz könne das Risiko für einen Schlaganfall bereits um ein Viertel gesenkt werden, berichtete die Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen und außerordentliche Professorin der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Die neuesten Studien zeigen aber auch, dass "eine Dosis-Wirkungs- Beziehung besteht", so Tettenborn. Das heißt: Je mehr regelmäßige Aktivität, desto größer ist die Schutzwirkung. So fand die "National Runner's Health Study" in den USA, dass jeder täglich gelaufene Kilometer bei Männern das Hirninfarkt-Risiko für Männer und Frauen um elf Prozent senkte. Diejenigen, die acht oder mehr Kilometer pro Tag gelaufen waren, hatten sogar ein im Mittel 60 Prozent geringeres Risiko als die "Kurzstreckenläufer" mit weniger als zwei Kilometer täglich. Weit über 40000 LäuferInnen hatten an dieser Studie teilgenommen und waren durchschnittlich fast acht Jahre lang unter ärztlicher Beobachtung gestanden. Ähnlich beeindruckende Werte hatte auch eine Untersuchung ergeben, bei der man die Herzkreislauferkrankungen von 60000 Fitnessstudio-Besuchern ausgewertet hatte. Ausdauersport schützt aber nicht nur vor dem Hirninfarkt, er hilft auch, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Ein möglicher Wirkmechanismus könnte sein, dass der Blutdruck sinkt, so Professor Joachim Röther, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und Chefarzt am Klinikum Minden. "Durch Sport kann man den Blutdruck um etwa 10 Einheiten senken - das ist ebenso viel wie mit Medikamenten", so Röther. Hoher Blutdruck vermindert geistige Fertigkeiten "Es gibt einen Zusammenhang zwischen hohen diastolischen Blutdruckwerten und einer verminderten Denkleistung", ergänzte Tettenborn und verwies auf eine weitere Studie, an 1800 älteren New Yorkern, wonach diejenigen, die regelmäßig Sport trieben, seltener an der Alzheimer Demenz erkranken. Die gleiche Studie hatte zudem gezeigt, dass eine konsequente Mittelmeerdiät das Alzheimer-Risiko reduziert. Und bei denjenigen Senioren, die sich sowohl gesund ernährten als auch regelmäßig Sport trieben, wurde in dieser Untersuchung die größte Schutzwirkung beobachtet. Prof. Dr. med. Barbara Tettenborn ist Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital st. Gallen/Schweiz und hält eine außerordentliche Professur an den Universitätskliniken der Johannes Gutenberg Universität Mainz. E-Mail:
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Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 6000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.
Ansprechpartner für die Medien: Frank A. Miltner, Tel: 089 46148614, E-Mail:
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, Pressesprecher: Hans-Christoph Diener, Essen Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.: Geschäftsstelle, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin, Tel: 030 531437930 Geschäftsführer: Prof. Dr. med. O. Busse 1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann Weitere Informationen: http://www.dgn.org Homepage der Deutschen Gesellschaft für Neurologie URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news335711 Merkmale dieser Pressemitteilung: Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin überregional Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen deutsch
Dr. Anne Hardy, Marketing und Kommunikation Goethe-Universität Frankfurt am Main 01.10.2009 14:06 Der erotische Tanz hemmt Stresshormone und vermehrt Testosteron, fand eine kolumbianische Psychologin an der Goethe-Uni heraus FRANKFURT. Tango tanzen hebt nicht nur die Stimmung, sondern hat auch einen nachweisbaren Einfluss auf die Ausschüttung von Stress- und Sexualhormonen. Während das mit Stress assoziierte Hormon Cortisol beim Tanzen abnimmt, schüttet der Körper beider Partner in erhöhtem Maß das Sexualhormon Testosteron aus. Das fand die kolumbianische Psychologin Cynthia Quiroga Murcia im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Goethe Universität heraus. Wie sie in der Fachzeitschrift "Music and Medicine" berichtet, entnahm sie 22 Paaren vor und nach dem Tanzen Speichelproben, in denen sie die Hormonkonzentration ermittelte und bat die Tänzerinnen und Tänzer zusätzlich um eine Einschätzung ihrer Emotionen mithilfe eines standardisierten Testbogens. "Ich bin selbst Tango-Tänzerin und als Kolumbianerin, die seit vier Jahren in Deutschland lebt, sehr überrascht, dass das Tanzen hier eine geringe Rolle in der Freizeitunterhaltung spielt", sagt Quiroga Murcia über die Motivation zu ihrer Studie. Bei ihrem Doktorvater Prof. Stephan Bongard stieß die DAAD-Stipendiatin dabei sofort auf Interesse: Zusammen mit Prof. Gunter Kreutz von der Universität Oldenburg hatte Bongard vor einigen Jahren in einer anderen Studie die emotionalen und hormonellen Effekte des Chorsingens ergründet - und zwar im Vergleich zum passiven Hören von Musik. "Die hormonellen Reaktionen können von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst werden", erklärt Bongard, der mit Kreutz ebenfalls an der Tango-Studie beteiligt war. Zur hormollen und emotionalen Reaktion auf das Tanzen gibt es bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen. Um herauszufinden, ob die positiven psychobiologischen Effekte des Tango-Tanzens eher auf die Musik, die Bewegung oder die Berührung mit einem Partner zurückgehen, untersuchte Cynthia Quiroga Murcia die Faktoren getrennt und in verschiedenen Kombinationen. Es zeigte sich, dass die Reduktion des Stresshormons Cortisol vor allem der Musik zu verdanken ist, während die Ausschüttung von Testosteron auf den Kontakt und die Bewegung mit dem Partner zurückgeht. Treffen alle drei Faktoren zusammen, sind die positiven hormonellen und emotionalen Reaktionen am stärksten. Damit bestätigt sich die empirische Erkenntnis von Paartherapeuten, die Tango-Tanzen seit Neustem dazu einsetzen, verfahrene Beziehungen zu retten. Informationen: Cynthia Quiroga Murcia, Institut für Psychologie, Campus Bockenheim, Tel: (069)798-23702,
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen. Herausgeber: Der Präsident Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt am Main Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28,
Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail
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Internet: www.uni-frankfurt.de URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news336537 Merkmale dieser Pressemitteilung: Ernährung / Gesundheit / Pflege, Musik / Theater, Psychologie überregional
Informationsdienst Wissenschaft Pressemitteilung
Ein Drittel aller Erwerbstätigen klagt über psychische Belastungen
Andreas Henke, Pressestelle Bertelsmann Stiftung 12.11.2009 13:26 Aktuelle Ergebnisse des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung Der tragische Tod des Nationaltorwarts Robert Enke wirft erneut ein Schlaglicht auf die immer noch mit Tabu belegten psychischen Erkrankungen. Dabei haben sich psychische Beschwerden längst zu einer Volkskrankheit entwickelt, wie auch die Ergebnisse des aktuellen Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung belegen. Dieser regelmäßig durchgeführten repräsentativen Umfrage zufolge klagt jeder dritte Erwerbstätige über psychische Belastungen, mehr als 20 Prozent der deutschen Bevölkerung suchen innerhalb eines Jahres wegen psychischer Probleme einen Arzt auf. Die unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse verschärfen die Situation: 52 Prozent der Menschen in befristeten Arbeitsverhältnissen klagen über psychische Belastungen. Aber auch rein subjektiv erlebte Zukunftssorgen, wie arbeitslos (46 Prozent) und durch neue Technologien überflüssig (50 Prozent) zu werden oder im Fall von Arbeitslosigkeit keine neue Arbeit zu finden (41 Prozent), gehen mit einem erhöhten Risiko psychischer Beschwerden einher. Selbst ohne Sorgen um die berufliche Zukunft haben schwierige Arbeitsbedingungen einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden: Wer mehr als fünf Tage die Woche arbeitet (42 Prozent) oder täglich einen Arbeitsweg von mindestens 30 Minuten zu bewältigen hat (38 Prozent), wird häufiger psychisch krank. Ebenso kann das Betriebsklima die Psyche beeinträchtigen. Dies trifft vor allem zu, wenn der Entzug von Vergünstigungen (47 Prozent), Abmahnungen (52 Prozent) oder Kündigung (49 Prozent) im Falle von häufigerer oder längerer Krankschreibung zu erwar-ten sind. Spätestens hier wird deutlich, dass häufige psychische Erkrankungen im Arbeitsumfeld auch auf Führungsprobleme hinweisen können. "Viele Arbeitgeber haben dies erkannt und führen intensive Schulungsmaßnahmen für ihre Führungskräfte durch", sagt Dr. Jan Böcken von der Bertelsmann Stiftung. Dies ist auch ein Ansatz, die Konflikte an den Berührungsstellen zwischen beruflichem und privatem Bereich in den Griff zu bekommen. "Wir wissen aus den Zahlen des Gesundheitsmonitors, dass das Risiko einer psychischen Beeinträchtigung beispielsweise bei Organisationsproblemen in der Kinderbetreuung doppelt so hoch ist. Diese Probleme sind häufig viel leichter zu bewältigen, wenn Führungskraft und Mitarbeiter gemeinsam nach Lösungen suchen", so Jan Böcken. Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt zweimal jährlich 1.500 Personen zu aktuellen Themen im Politikfeld Gesundheit. Die Befragten repräsentieren den Bevölkerungsdurchschnitt. Aufgrund der Komplexität der Fragen werden die Fragen schriftlich gestellt. Rückfragen an: Dr. Jan Böcken, Telefon: 0 52 41 / 81-81 462 E-Mai:
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Dr. Juliane Landmann, Telefon: 0 52 41 / 81-81 245 E-Mail:
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Weitere Informationen: Jan Böcken, Bernard Braun, Juliane Landmann (Hrsg.) Gesundheitsmonitor 2009 - Gesundheitsversorgung und Gestaltungsoptionen aus der Perspektive der Bevölkerung Informationen für Entscheider in Ministerien und Kommunalverwaltungen, Politiker, Ent-scheidungsträger in der gesundheitlichen Selbstverwaltung, Wissenschaftler und Patientenvertreter 2009, 288 Seiten ISBN 978-3-86793-052-9 37,00 EUR URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news343799 Merkmale dieser Pressemitteilung: Gesellschaft, Medizin, Psychologie, Wirtschaft überregional Forschungsergebnisse deutsch
Münster (dpa) -
Musik kommt nach Expertenansicht in der Medizin viel zu kurz.
«Die positive Wirkung von Musik auf den Körper wird von vielen Ärzten unterschätzt», sagte der Hirnforscher und bildende Künstler Prof. Erwin-Josef Speckmann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Münster. «Über das Gehirn gelingt der Zugang zu diversen Erkrankungen. Und Musik spricht das Gehirn perfekt an», erklärte der Neurophysiologe, der auch an der Kunstakademie Münster unterrichtet. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe plant dazu am Donnerstag (20. August) in Münster einen Kongress mit Jazzmusik. Es müsse nicht unbedingt Jazz sein, sagte Speckmann. «Es gibt nicht das optimale Genre oder das eine bestimmte Musikstück gegen eine bestimmte Krankheit.» Vielmehr seien es die grundlegenden Eigenschaften jeder Musik wie Rhythmus und Harmonie, mit denen sich positive Wirkungen erzeugen ließen. Es scheine fast selbstverständlich: Schnelle, rhythmische Stücke wirkten antreibend und motivierend, bedächtig Fließendes diene der Entspannung. «Es geht einfach darum, dass das Gehirn dem Rest des Körpers sagen können muss, was Sache ist», berichtete der Gehirnexperte. Dazu befinde es sich am besten in einer «mittleren Aktivitätslage», sagte Speckmann. «Musik hat die Fähigkeit, die Aktivität im Gehirn einen Gang hoch oder runter zu fahren», erklärte der Mediziner und betonte, dass Musik medikamentöse Behandlungen - etwa bei chronischem Bluthochdruck - ergänzen, aber nicht ersetzen könne. Auch sei nicht jedes Leiden musikalisch therapierbar: «Beim Beinbruch wird es schwierig. Aber bei einer bakteriellen Infektion kann Musik durchaus das Immunsystem ankurbeln.» Auf das Wohlbefinden komme es an. Dabei mache es laut Speckmann kaum einen Unterschied, ob man nun Werke von Wolfgang Amadeus Mozart auflege oder eigenhändig auf dem Klavier klimpere: «Wer selbst spielt, bewegt halt noch ein paar Muskeln nebenbei. Für das Hirn ist beides sehr gesund