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Hier finden Sie Informationen vom wissenschaftlichen

Informationsdienst oder aus andern Medien

 

 


 

 

 


Gegen Bluthochdruck hilft statt Medikation
auch Meditation

31.05.2005 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Eine Meditation in Kombination mit Atemtechniken kann erhöhten Blutdruck senken. Das haben
Mediziner von der Uni Würzburg in einer Studie herausgefunden. Bei ihren Testpersonen schlug eine
christliche kontemplative Meditation so gut an, wie dies sonst nur durch eine Behandlung mit
Arzneimitteln erreicht werden kann. Wird die Therapie bei zu hohem Blutdruck künftig also auf
Meditation setzen statt auf Medikation? Ganz so allgemein lässt sich das wohl nicht sagen. Zum einen
gilt das Ergebnis der Würzburger Mediziner Wolfram Voelker, Paul Manikonda, Stefan Störk und
Simone Toegel nur für Patienten, deren Bluthochdruck leicht bis mittelschwer und durch Stress
bedingt ist. Außerdem nahmen die Versuchspersonen freiwillig an der Studie teil, standen der
Meditation also aufgeschlossen gegenüber - und eine solch positive Einstellung kann das Ergebnis
einer medizinischen Studie beeinflussen.
Aber dennoch: Die Ergebnisse waren eindeutig und statistisch signifikant, wie Voelker betont. 52
Blutdruck-Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Meditationsgruppe zugeteilt oder
einer Vergleichsgruppe, die nicht meditierte. Erstere absolvierte im Würzburger Benediktinerkloster
unter Anleitung eine christlich geprägte, ganzheitliche kontemplative Meditation und übte spirituelle
Atemtechniken ein. Nach vier Wochen Einführung und weiteren vier Wochen Meditation (zwei Mal pro
Tag jeweils 40 Minuten) war der Blutdruck der Teilnehmer so stark gesunken, "wie man es sonst nur
mit Medikamenten hinbekommt", sagt der Professor von der Medizinischen Universitätsklinik. "Die
Patienten fühlten sich außerdem besser, weil es keine Nebenwirkungen gab, wie sie bei
Medikamenten nicht selten auftreten."
Die blutdrucksenkende Wirkung der Meditation war insbesondere auch unter den Bedingungen eines
Stress-Tests nachweisbar, der in der Uniklinik durchgeführt wurde. Bei der Vergleichsgruppe, in der
nicht meditiert worden war, blieb der Blutdruck dagegen unverändert hoch.
Wie die Meditation diesen positiven Effekt bewirkt, ist bislang nicht genau erklärbar. "Womöglich
werden die bei Hochdruck-Patienten zusammengezogenen und dadurch verengten Blutgefäße durch
einen positiven Effekt der Meditation auf das vegetative Nervensystem entspannt", so eine
Mutmaßung. Denkbar ist auch, dass das Gehirn unter dem Einfluss der Meditation die Ausschüttung
von Stresshormonen drosselt.
Die Mediziner wollen nun in weiteren Studien untersuchen, ob der Effekt der Meditation auch über
längere Zeit nachweisbar bleibt und welche Patienten am besten darauf ansprechen. Ebenso ist noch
unklar, ob die Meditation dazu beitragen kann, blutdrucksenkende Medikamente einzusparen: Viele
Menschen, die an schweren Formen des Bluthochdrucks leiden, müssen täglich bis zu fünf
verschiedene Arzneimittel nehmen. Mit Hilfe der Meditation ließe sich diese Menge vielleicht
verringern, hoffen die Wissenschaftler.
Die Würzburger Mediziner haben ihre Studie am 16. Mai auf dem Internationalen Hypertonie-Kongress
in San Francisco erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Die Ergebnisse wurden außerdem bei der
US-Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" (JAMA) zur Publikation eingereicht.
Paul Manikonda hat die Hauptarbeit bei der Durchführung dieser aufwändigen Studie geleistet, die
nur dank der finanziellen Unterstützung der Diözese Würzburg möglich war. Der Pfarrer und Arzt
verfolgt an der Universitätsklinik nach eigenem Bekunden das Anliegen vieler Menschen, "eine
spirituelle und ganzheitliche Therapie zu entwickeln und in die Wissenschaft zu integrieren".

Weitere Informationen: Prof. Dr. Wolfram Voelker, T (0931) 201-36328, Fax (0931) 201-36291, E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 


Doppelbelastung - Multitasking - reduziert die Leistung!

Risiko raus! Beim Multitasking sind alle gleich - schlecht

Stefan Boltz, Pressestelle
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV
22.06.2010 12:01
Multitasking bestimmt unseren Arbeitsalltag. Aber können Frauen tatsächlich besser als Männer
mit mehreren Aufgaben gleichzeitig jonglieren? Sind Jüngere belastbarer als Ältere? Eine Studie
des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG) widerlegt diese gängigen Vorurteile. Wer
versucht, verschiedene Dinge gleichzeitig zu erledigen, zahlt einen Preis – egal ob Mann, Frau,
jung oder alt. Nachlassende Leistungen, erhöhte Anspannung und dadurch ein potenziell erhöhtes
Unfallrisiko sind die Folgen des Multitasking. Darauf weisen Unfallkassen und
Berufsgenossenschaften im Rahmen ihrer Präventionskampagne "Risiko raus!" hin.
Die Leistung wird schlechter, der Puls beschleunigt sich
An der Studie nahmen 32 männliche und 32 weibliche Versuchspersonen im Alter zwi-schen 21 und 60
Jahren teil. Sie bekamen zwei realitätsnahe Aufgaben gestellt: Zum einen sollten sie bei einer
Fahrsimulation bei entsprechenden Signalen die Spur wechseln. Zum anderen wurde eine Bürotätigkeit
nachgestellt. Die Probanden sollten per Knopfdruck entscheiden, ob Worte, die sie auf dem Bildschirm
sahen, Rechtschreibfehler enthielten oder nicht. Beide Aufgaben wurden zunächst ohne, dann mit einer
Zusatzaufgabe erledigt. Bei der Fahraufgabe sollten die Probanden etwa eine Telefonnummer ins Handy
tippen oder eine Wegbeschreibung vorlesen. Bei der Wortaufgabe wurde ihnen ein Text über Kopfhörer
vorgespielt, zu dem sie im Anschluss Fragen beantworten mussten.
Untersucht wurden Leistung, subjektives Erleben und körperliche Reaktionen. Dabei zeigte sich, dass die
Fahrleistung unter Multitasking-Bedingungen schlechter wurde, die Versuchspersonen waren angespannter,
das Herz schlug schneller. Bei der Büroaufgabe zeigte sich ebenfalls eine Leistungsverschlechterung sobald
eine weitere Aufgabe parallel bewältigt werden musste. Auch hier fühlten sich die Probanden angespannter.
Dazu die Versuchsleiterin Dr. Hiltraut Paridon: "Wer mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss, erhöht
damit seinen Stress und macht Fehler. Das ist weder für den Einzelnen gut, denn er schadet damit seiner
Gesundheit. Noch ist es gut für das Unternehmen, denn bei Stress geschehen mehr Unfälle und die sind
teuer."
Da sich Doppelbelastungen im Arbeitsalltag aber kaum vollständig vermeiden lassen, rät Paridon:
"Überprüfen Sie, in welchen Situationen Multitasking besonders kritisch ist und versuchen Sie an diesen
Stellen etwas zu verändern. Das gilt vor allem für sicherheitsrelevante Tätigkeiten. Um seine eigene
Gesundheit und die anderer zu schützen, sollte Multitasking vermieden werden."


Informationsdienst Wissenschaft
Pressemitteilung

Forschungsergebnisse deutsch
© 1995-2010 Informationsdienst Wissenschaft e. V.

 


 

Informationsdienst Wissenschaft
Pressemitteilung


Fitnesstraining schützt die grauen Zellen

 

Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Pressestelle der DGN
Deutsche Gesellschaft für Neurologie
25.09.2009 18:26
Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren
halten das Gehirn fit. Wie Experten auf der Jahrestagung der
Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Nürnberg berichteten,
belegt eine Vielzahl aktueller Studien, dass körperliche Aktivität
sogar vor der Alzheimer Krankheit schützen kann, so wie vor
Depressionen und Schlaganfällen
"Es sollte jeder Erwachsene täglich mindestens 30 Minuten körperlich
aktiv sein", rät die Neurologie-Professorin und erfolgreiche Triathletin
Barbara Tettenborn. Mit diesem vergleichsweise geringen Einsatz könne
das Risiko für einen Schlaganfall bereits um ein Viertel gesenkt werden,
berichtete die Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St.
Gallen und außerordentliche Professorin der Johannes Gutenberg
Universität Mainz.
Die neuesten Studien zeigen aber auch, dass "eine Dosis-Wirkungs-
Beziehung besteht", so Tettenborn. Das heißt: Je mehr regelmäßige
Aktivität, desto größer ist die Schutzwirkung. So fand die "National
Runner's Health Study" in den USA, dass jeder täglich gelaufene
Kilometer bei Männern das Hirninfarkt-Risiko für Männer und Frauen um elf Prozent senkte. Diejenigen, die
acht oder mehr Kilometer pro Tag gelaufen waren, hatten sogar ein im Mittel 60 Prozent geringeres Risiko
als die "Kurzstreckenläufer" mit weniger als zwei Kilometer täglich. Weit über 40000 LäuferInnen hatten an
dieser Studie teilgenommen und waren durchschnittlich fast acht Jahre lang unter ärztlicher Beobachtung
gestanden.
Ähnlich beeindruckende Werte hatte auch eine Untersuchung ergeben, bei der man die
Herzkreislauferkrankungen von 60000 Fitnessstudio-Besuchern ausgewertet hatte. Ausdauersport schützt
aber nicht nur vor dem Hirninfarkt, er hilft auch, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Ein möglicher
Wirkmechanismus könnte sein, dass der Blutdruck sinkt, so Professor Joachim Röther, Vorstandsmitglied
der Deutschen Schlaganfallgesellschaft und Chefarzt am Klinikum Minden. "Durch Sport kann man den
Blutdruck um etwa 10 Einheiten senken - das ist ebenso viel wie mit Medikamenten", so Röther.
Hoher Blutdruck vermindert geistige Fertigkeiten
"Es gibt einen Zusammenhang zwischen hohen diastolischen Blutdruckwerten und einer verminderten
Denkleistung", ergänzte Tettenborn und verwies auf eine weitere Studie, an 1800 älteren New Yorkern,
wonach diejenigen, die regelmäßig Sport trieben, seltener an der Alzheimer Demenz erkranken. Die gleiche
Studie hatte zudem gezeigt, dass eine konsequente Mittelmeerdiät das Alzheimer-Risiko reduziert. Und bei
denjenigen Senioren, die sich sowohl gesund ernährten als auch regelmäßig Sport trieben, wurde in dieser
Untersuchung die größte Schutzwirkung beobachtet.
Prof. Dr. med. Barbara Tettenborn
ist Chefärztin der Klinik für Neurologie am Kantonsspital st. Gallen/Schweiz und hält eine außerordentliche
Professur an den Universitätskliniken der Johannes Gutenberg Universität Mainz. E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der
gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 6000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung
in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und
Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN
wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.

Ansprechpartner für die Medien: Frank A. Miltner, Tel: 089 46148614,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Pressesprecher: Hans-Christoph Diener, Essen
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.:
Geschäftsstelle, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin, Tel: 030 531437930
Geschäftsführer: Prof. Dr. med. O. Busse
1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
Weitere Informationen:
http://www.dgn.org Homepage der Deutschen Gesellschaft für Neurologie
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news335711
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen deutsch

 

 



Berlin (AP) Hektik im Job, Sorgen ums Geld:

Stress ist zur Volkskrankheit geworden.


Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, wie
aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Techniker
Krankenkasse hervorgeht. Jeder Dritte steht nach eigenen Angaben unter
Dauerstrom - mit schlimmen Folgen: Bereits jeden Fünften holen die
gesundheitlichen Folgen der Dauerbelastung ein. Vor allem
lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind unter Gestressten weit
verbreitet.
«Stress bestimmt den Alltag in Deutschland immer stärker. Kaum jemand kann noch richtig
abschalten», sagte TK-Chef Norbert Klusen. Alarmierend sei die hohe Zahl von Burnout-
Patienten. 2008 seien «ausgebrannte» Berufstätige fast zehn Millionen Tage krank
geschrieben worden. Dies entspreche einer Zunahme von 17 Prozent verglichen mit 2003.
Stress betrifft nach Angaben der TK alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten.
Stressbedingte Arbeitsausfälle kosten Unternehmen nach einer Schätzung der Europäischen
Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz jährlich 20 Milliarden Euro.
Job ist Stressfaktor Nummer eins
Stressfaktor Nummer eins ist der Job. Jeder Dritte arbeitet der Studie zufolge am Limit,
getrieben von Hektik, Termindruck und einem zu hohen Arbeitspensum. Ein Drittel der
Beschäftigten leidet unter dem Druck, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen und von
Informationen überflutet zu werden. Berufstätige Eltern geraten der Studie zufolge besonders
häufig an ihre Belastungsgrenze. Ihre größte Sorge sei, dass die Familie zu kurz kommt.
Doch auch neun von zehn Schüler klagen über Stress. Jeder Dritte steht nach eigener
Aussage permanent unter Leistungs- und Prüfungsdruck. Auch Zukunftsängste belasten junge
Menschen: 37 Prozent der Befragten befürchten der Studie zufolge, keinen Ausbildungs-,
Studien- oder Arbeitsplatz zu finden.
Arbeitsausfälle kosten Unternehmen 20 Milliarden Euro
Der TK-Studie zufolge stehen nicht Topmanager am stärksten unter Stress, sondern
Hausfrauen: 95 Prozent von ihnen klagen über Stress. Ihre Sorgen unterscheiden sich jedoch
von Berufstätigen: Vor allem die eigene Altersvorsorge (52 Prozent) und das Gefühl, eigene
Interessen häufig zurückzustellen (48 Prozent) führen zur Dauerbelastung.
Auch für das Gesundheitssystem ist die Volkskrankheit Stress ein ernstzunehmender
Kostenfaktor. Mit knapp 27 Milliarden Euro im Jahr stehen die Ausgaben für die Behandlung
stressbedingter psychischer Erkrankungen an dritter Stelle der Kostentabelle. Hinzu kommen
massive Aufwendungen für Herz-Kreislauf-Krankheiten, unter denen Dauergestresste mehr
als doppelt so häufig leiden wie Weniggestresste.
Experten empfehlen regelmäßige Hobbies
TK-Vorsitzender Klusen betonte zwar, dass Stress auch etwas Positives sein könne. Wohl
dosiert steigere er die Motivation und ermögliche geistige und körperliche Höchstleistungen.
Negativer Stress dagegen beeinträchtige kurzfristig das Wohlbefinden und langfristig die
Gesundheit.
In stressigen Situationen steigen Blutdruck und Herzfrequenz an, die Blutgefäße verengen, die
Pupillen weiten sich. Problematisch wird Stress, wenn die erforderlichen Erholungsphasen
ausbleiben. Wird die kurzfristige Anspannung zum Normalzustand, spricht man von
Dauerstress. Früher oder später führt dies dazu, dass die Energievorräte erschöpft sind.
Damit aus vorübergehender Kraft- und Motivationslosigkeit kein Burn-out-Syndrom hervorgeht,
empfehlen Experten einen bewussten Umgang mit Stress: Eigene Bedürfnisse sollten nicht
immer hinten angestellt werden, oft helfe es bereits, ein altes Hobby wieder aufzunehmen und
sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Auch autogenes Training und Yoga seien geeignet, um
Stress abzubauen.
Für die Studie befragte die TK im Januar dieses Jahres 1.014 Personen zwischen 14 und 65
Jahren zu ihrem persönlichen Stresspegel, ihrem Umgang mit Stress und gesundheitlichen
Beeinträchtigungen.
http://www.tk-online.de/
© 2009 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

 


Warum wir häufiger Tango tanzen sollten

Dr. Anne Hardy, Marketing und Kommunikation
Goethe-Universität Frankfurt am Main
01.10.2009 14:06
Der erotische Tanz hemmt Stresshormone und vermehrt Testosteron, fand eine kolumbianische
Psychologin an der Goethe-Uni heraus
FRANKFURT. Tango tanzen hebt nicht nur die Stimmung, sondern hat auch einen nachweisbaren Einfluss
auf die Ausschüttung von Stress- und Sexualhormonen. Während das mit Stress assoziierte Hormon Cortisol
beim Tanzen abnimmt, schüttet der Körper beider Partner in erhöhtem Maß das Sexualhormon Testosteron
aus. Das fand die kolumbianische Psychologin Cynthia Quiroga Murcia im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der
Goethe Universität heraus. Wie sie in der Fachzeitschrift "Music and Medicine" berichtet, entnahm sie 22
Paaren vor und nach dem Tanzen Speichelproben, in denen sie die Hormonkonzentration ermittelte und bat
die Tänzerinnen und Tänzer zusätzlich um eine Einschätzung ihrer Emotionen mithilfe eines standardisierten
Testbogens.
"Ich bin selbst Tango-Tänzerin und als Kolumbianerin, die seit vier Jahren in Deutschland lebt, sehr
überrascht, dass das Tanzen hier eine geringe Rolle in der Freizeitunterhaltung spielt", sagt Quiroga Murcia
über die Motivation zu ihrer Studie. Bei ihrem Doktorvater Prof. Stephan Bongard stieß die
DAAD-Stipendiatin dabei sofort auf Interesse: Zusammen mit Prof. Gunter Kreutz von der Universität
Oldenburg hatte Bongard vor einigen Jahren in einer anderen Studie die emotionalen und hormonellen
Effekte des Chorsingens ergründet - und zwar im Vergleich zum passiven Hören von Musik. "Die
hormonellen Reaktionen können von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst werden", erklärt Bongard, der mit
Kreutz ebenfalls an der Tango-Studie beteiligt war. Zur hormollen und emotionalen Reaktion auf das Tanzen
gibt es bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen.
Um herauszufinden, ob die positiven psychobiologischen Effekte des Tango-Tanzens eher auf die Musik,
die Bewegung oder die Berührung mit einem Partner zurückgehen, untersuchte Cynthia Quiroga Murcia die
Faktoren getrennt und in verschiedenen Kombinationen. Es zeigte sich, dass die Reduktion des
Stresshormons Cortisol vor allem der Musik zu verdanken ist, während die Ausschüttung von Testosteron
auf den Kontakt und die Bewegung mit dem Partner zurückgeht. Treffen alle drei Faktoren zusammen, sind
die positiven hormonellen und emotionalen Reaktionen am stärksten. Damit bestätigt sich die empirische
Erkenntnis von Paartherapeuten, die Tango-Tanzen seit Neustem dazu einsetzen, verfahrene Beziehungen
zu retten.
Informationen: Cynthia Quiroga Murcia, Institut für Psychologie, Campus Bockenheim, Tel: (069)798-23702,
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt
am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten
Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als
Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble
im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit
über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den
deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative
zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.
Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 - 2 92 28,

Telefax (069) 798 - 2 85 30, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Internet: www.uni-frankfurt.de
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news336537
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Musik / Theater, Psychologie
überregional

 


Informationsdienst Wissenschaft
Pressemitteilung

Ein Drittel aller Erwerbstätigen klagt über psychische Belastungen

Andreas Henke, Pressestelle
Bertelsmann Stiftung
12.11.2009 13:26
Aktuelle Ergebnisse des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung
Der tragische Tod des Nationaltorwarts Robert Enke wirft erneut ein Schlaglicht auf die immer noch mit
Tabu belegten psychischen Erkrankungen. Dabei haben sich psychische Beschwerden längst zu einer
Volkskrankheit entwickelt, wie auch die Ergebnisse des aktuellen Gesundheitsmonitors der Bertelsmann
Stiftung belegen. Dieser regelmäßig durchgeführten repräsentativen Umfrage zufolge klagt jeder dritte
Erwerbstätige über psychische Belastungen, mehr als 20 Prozent der deutschen Bevölkerung suchen
innerhalb eines Jahres wegen psychischer Probleme einen Arzt auf.
Die unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse verschärfen die Situation: 52 Prozent der Menschen in
befristeten Arbeitsverhältnissen klagen über psychische Belastungen. Aber auch rein subjektiv erlebte
Zukunftssorgen, wie arbeitslos (46 Prozent) und durch neue Technologien überflüssig (50 Prozent) zu
werden oder im Fall von Arbeitslosigkeit keine neue Arbeit zu finden (41 Prozent), gehen mit einem erhöhten
Risiko psychischer Beschwerden einher.
Selbst ohne Sorgen um die berufliche Zukunft haben schwierige Arbeitsbedingungen einen negativen
Einfluss auf das Wohlbefinden: Wer mehr als fünf Tage die Woche arbeitet (42 Prozent) oder täglich einen
Arbeitsweg von mindestens 30 Minuten zu bewältigen hat (38 Prozent), wird häufiger psychisch krank.
Ebenso kann das Betriebsklima die Psyche beeinträchtigen. Dies trifft vor allem zu, wenn der Entzug von
Vergünstigungen (47 Prozent), Abmahnungen (52 Prozent) oder Kündigung (49 Prozent) im Falle von
häufigerer oder längerer Krankschreibung zu erwar-ten sind.
Spätestens hier wird deutlich, dass häufige psychische Erkrankungen im Arbeitsumfeld auch auf
Führungsprobleme hinweisen können. "Viele Arbeitgeber haben dies erkannt und führen intensive
Schulungsmaßnahmen für ihre Führungskräfte durch", sagt Dr. Jan Böcken von der Bertelsmann Stiftung.
Dies ist auch ein Ansatz, die Konflikte an den Berührungsstellen zwischen beruflichem und privatem Bereich
in den Griff zu bekommen. "Wir wissen aus den Zahlen des Gesundheitsmonitors, dass das Risiko einer
psychischen Beeinträchtigung beispielsweise bei Organisationsproblemen in der Kinderbetreuung doppelt
so hoch ist. Diese Probleme sind häufig viel leichter zu bewältigen, wenn Führungskraft und Mitarbeiter
gemeinsam nach Lösungen suchen", so Jan Böcken.
Der Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung befragt zweimal jährlich 1.500 Personen zu aktuellen
Themen im Politikfeld Gesundheit. Die Befragten repräsentieren den Bevölkerungsdurchschnitt. Aufgrund
der Komplexität der Fragen werden die Fragen schriftlich gestellt.
Rückfragen an: Dr. Jan Böcken, Telefon: 0 52 41 / 81-81 462
E-Mai: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Dr. Juliane Landmann, Telefon: 0 52 41 / 81-81 245
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Weitere Informationen: Jan Böcken, Bernard Braun, Juliane Landmann (Hrsg.)
Gesundheitsmonitor 2009 - Gesundheitsversorgung und Gestaltungsoptionen aus der Perspektive der
Bevölkerung
Informationen für Entscheider in Ministerien und Kommunalverwaltungen, Politiker, Ent-scheidungsträger in
der gesundheitlichen Selbstverwaltung, Wissenschaftler und Patientenvertreter
2009, 288 Seiten
ISBN 978-3-86793-052-9 37,00 EUR
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news343799
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Gesellschaft, Medizin, Psychologie, Wirtschaft
überregional
Forschungsergebnisse deutsch


Münster (dpa) -

Musik kommt nach Expertenansicht in der Medizin viel zu kurz.

«Die positive Wirkung von Musik auf den Körper wird von vielen
Ärzten unterschätzt», sagte der Hirnforscher und bildende Künstler Prof.
Erwin-Josef Speckmann im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur
dpa in Münster.
«Über das Gehirn gelingt der Zugang zu diversen Erkrankungen. Und Musik spricht das Gehirn
perfekt an», erklärte der Neurophysiologe, der auch an der Kunstakademie Münster
unterrichtet. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe plant dazu am Donnerstag (20. August) in
Münster einen Kongress mit Jazzmusik.
Es müsse nicht unbedingt Jazz sein, sagte Speckmann. «Es gibt nicht das optimale Genre
oder das eine bestimmte Musikstück gegen eine bestimmte Krankheit.» Vielmehr seien es die
grundlegenden Eigenschaften jeder Musik wie Rhythmus und Harmonie, mit denen sich
positive Wirkungen erzeugen ließen. Es scheine fast selbstverständlich: Schnelle, rhythmische
Stücke wirkten antreibend und motivierend, bedächtig Fließendes diene der Entspannung.
«Es geht einfach darum, dass das Gehirn dem Rest des Körpers sagen können muss, was
Sache ist», berichtete der Gehirnexperte. Dazu befinde es sich am besten in einer «mittleren
Aktivitätslage», sagte Speckmann. «Musik hat die Fähigkeit, die Aktivität im Gehirn einen Gang
hoch oder runter zu fahren», erklärte der Mediziner und betonte, dass Musik medikamentöse
Behandlungen - etwa bei chronischem Bluthochdruck - ergänzen, aber nicht ersetzen könne.
Auch sei nicht jedes Leiden musikalisch therapierbar: «Beim Beinbruch wird es schwierig. Aber
bei einer bakteriellen Infektion kann Musik durchaus das Immunsystem ankurbeln.» Auf das
Wohlbefinden komme es an. Dabei mache es laut Speckmann kaum einen Unterschied, ob
man nun Werke von Wolfgang Amadeus Mozart auflege oder eigenhändig auf dem Klavier
klimpere: «Wer selbst spielt, bewegt halt noch ein paar Muskeln nebenbei. Für das Hirn ist
beides sehr gesund

 

 


 
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