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Gesünder durch Atemtraining
In Deutschland noch wenig bekannt: Atemtraining aus Russland verspricht viel…
(von Gisela Plugge, Juli 2010)
Leiterin der Atmosana - Atemschule http://www.atmosana-schule.de
Inhaltsverzeichnis:
Die natürliche Atmung ist uns verloren gegangen
Krank durch falsches Atmen - Blutgase im Ungleichgewicht
Ein Stück Wissenschaftsgeschichte
Buteyko - Der Mann und seine Entdeckung
Die bedeutende Rolle des Kohlendioxids im Körper
Das Sauerstoffparadoxon
Das Phänomen der Kapillarisierung
Das Kohlensäure-Anastomosen-Phänomen
Das Kohlensäure-Sauerstoff-Phänomen
Bergluft als Heilmittel
Die Methode der Gesund-Atmung nach Buteyko
Frolov forscht weiter und entwickelt ein einfaches Gerät zum Atemtraining
Wie wirken die Methoden?
Ist die Wirksamkeit der Methode wissenschaftlich bewiesen?
Welche Wirkungen sind zu erwarten?
Atemlos durch falsches Atmen ? - Leben ohne Asthma -
Warum ist die Methode nicht bekannter?
Für wen eignen sich die Methoden?
Wie kann man die Methode erlernen?
Wo findet man weitere Informationen? - Quellen dieses Textes -
Die natürliche Atmung ist uns verloren gegangen
“Wenn man ein Baby beim Atmen beobachtet, sieht man, dass sich sein Bäuchlein hebt und senkt, tief und langsam. Das ist unser natürlicher, angeborener und gesunder Bauchatmungsreflex und so sollten alle Menschen lebenslang atmen. Bedauerlicherweise haben sehr viele Menschen unserer modernen Gesellschaften die Fähigkeit einer gesunden, natürlichen Atmung eingebüßt – eine Fähigkeit, die wir alle als Baby und Kleinkind besaßen.“ (Prof. Gordon, Washington Post, 2000).
Stress begleitet die Menschen oft seit dem Kindesalter. Dass die Stressreaktion, nämlich den Körper für Flucht oder Kampf zu aktivieren, in Vorzeiten gut und nützlich war, heute aber oft nicht mit körperlicher Aktivität einher geht, gehört mittlerweile zum Alltagswissen. Auch wissen wir, dass dabei u.a. die Herztätigkeit angeregt wird. Zu den Stressreaktionen gehört auch eine schnellere Atmung über den Brustkorb, damit bei körperlicher Anstrengung genug Atemgase ausgetauscht werden können. Wie die übermäßige Herztätigkeit auf Dauer zu Herz-Kreislaufschäden führt, so gibt es auch Schädigungen durch übermäßige Atmung. Eine in Deutschland bisher wenig bekannte Atemgymnastik hilft, die gesunde Atmung wieder herzustellen. Von verblüffenden Genesungen wird berichtet.
Es ist eigentlich nichts Neues. Im Yoga spielt die Kontrolle über die Atmung (Pranajama) eine wichtige Rolle. Die s.g. Bauchatmung oder Zwerchfellatmung ist allgemein anerkannt als die „gesunde“ Atmung, während die Brustatmung als ungesund gilt. Aber warum dies so zu sehen ist und welchen Zusammenhang die Atmung mit Stress und den damit einhergehenden Zivilisationskrankheiten hat, wird erst deutlich, wenn man, wie hier dargestellt werden soll, den russischen Forschungsergebnissen folgt.
Krank durch falsches Atmen - Blutgase im Ungleichgewicht
Frau Dr. Smolka erklärt den Kern der Methode auf ihrer Internetseite (Februar 2008) folgendermaßen: „Weniger ist mehr. Dies gilt für viele Dinge – besonders aber auch für das Atmen. Stressbedingt, weil ständig abgehetzt und daher schließlich gewohnheitsmäßig atmen die meisten von uns in ihrem täglichen Leben zuviel. Es wird zwar mehr Sauerstoff eingeatmet, aber dieser kann nicht optimal genutzt werden. Denn gleichzeitig verlieren wir mit dem vielen Atmen zu viel Kohlendioxid und bringen unsere Blutgase ins Ungleichgewicht. (Mehr dazu weiter unten) Das Atemzentrum im Gehirn stellt sich im Laufe der Zeit durch die ständige Überatmung (siehe unten) auf einen niedrigeren CO2-Wert ein. Deshalb wird seitens des Atemzentrum bereits dann eine Atembeschleunigung initiiert, wenn die CO2-Konzentration noch unter dem normalen Wert liegt. …Über lange Zeit kann der Körper das Ungleichgewicht in den daraus resultierenden physiologischen Vorgängen durch Pufferung ausgleichen, aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo die Puffer erschöpft sind und ungünstige Atemmuster sich in unterschiedlichen Gesundheitsbeschwerden äußern können.“
Stress führt zu Hyperventilation, wobei zuviel Kohlendioxyd abgeatmet wird. Täglich ein bisschen Stress bedeutet chronische Hyperventilation. Das Krankheitsbild wird „Hyperventilations-Syndrom“ genannt und zeigt sich in den typischen „Zivilisationskrankheiten“, wie in Asthma bronchiale, Herz-Gefäβ-Erkrankungen, einem geschwächten Immunsystem, Allergien u.a.m.
Schon junge Menschen lernen fälschlicherweise, dass viel atmen gut sei. Sie lernen, dass Atmung sichtbar wird im Heben und Senken des Brustkorbs, aber nicht im Vor- und Zurückwölben des Bauches.
Warum fällt es uns heute so schwer, uns auf den Gedanken einzulassen, dass ein großes Atemaufkommen geradezu schädlich ist? Warum steht im Vordergrund die Vorstellung, Kohlendioxid sei ein reines Abfallprodukt, das ausgeschieden werden muss, je mehr desto besser? Wie kommen wir zu der Vorstellung, viel Atmen sorge automatisch dafür, dass der damit aufgenommene Sauerstoff dann auch selbstverständlich von den Geweben genutzt werden könne?
Ein Stück Wissenschaftsgeschichte
Der russische Wissenschaftler S.N. Zinatulin schaut zurück (1): „In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entdeckte Mayow, ein englischer Arzt, dass eine Maus und eine brennende Kerze ein und dieselben Bestandteile aus der Luft verbrauchen. Im Jahr 1777 bekam das Gas von .Lavoisier seinen Namen „Sauerstoff (Oxigen)“.Anfangs hatte die medizinische Wissenschaft zunächst den Sauerstoff und seine Rolle beim Atmungsprozess erforscht. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, festigte sich die Vorstellung von tiefer Atmung in der Medizin und in den Köpfen der Menschen. Es galt: Die tiefe Atmung erlaube es dem Körper, soviel Sauerstoff wie gerade möglich aufzunehmen, was für die Gesundheit und für die Durchlüftung der Lunge nötig sei. Ebenfalls war es weitgehend anerkannt, dass tiefes Atmen für eine maximale Sauerstoffsättigung des Blutes sorge und dafür, dass das schädliche Kohlendioxid entfernt werde.
Während der Sauerstoff mehr als ein Jahrhundert lang erforscht wurde, wurden die Bedeutung und der Nutzen des Kohlendioxids für den Körper übersehen.
Wenn aber die Kohlensäurekonzentration niedrig ist, ist es notwendig, dies zu korrigieren. Diese Vorstellung wurde deutlich von Buteyko geäußert, einem russischen Wissenschaftler hohen Ranges, dem Begründer der Methode der „Willentlichen Vermeidung der tiefen Atmung.“
(Übersetzung G. Plugge)
Buteyko - Der Mann und seine Entdeckung
Auf der Internetseite von Dr. Ernst Adams (Januar 2008) sind wesentliche Aspekte der Forschungsarbeiten von Buteyko wie folgt dargestellt: „Der ukrainische Arzt Prof. Dr. K. Buteyko hat vor über 50 Jahren ein medizinisches Modell zur Entstehung der Atemwegsverengungen durch Schleim oder Verkrampfung entwickelt und wissenschaftlich ausführlich belegt. Demzufolge sind diese in der Regel eine Folge zu tiefen oder zu schnellen Atmens (`Hyperventilation`)
Buteyko wurde auf den schädigenden Einfluss tiefen Atmens aufmerksam, als er damit beauftragt war, schwerst- und todkranke Patienten zu betreuen. Je tiefer die Patienten atmeten, desto schlechter ging es ihnen. Er beschäftigte sich daraufhin eingehend mit der Biochemie, die der Atemsteuerung zugrunde liegt, und entdeckte die Bedeutung der Kohlendioxidregulation.
Seine Forschungen betrafen in erster Linie die Atemwegserkrankungen, weil diese sehr schnell durch eine Atemumstellung positiv beeinflusst werden konnten. Buteyko kam jedoch zu der Ansicht, dass eine Vielzahl der heute zu findenden Krankheiten und Beschwerden ursächlich auf Hyperventilation zurückgeführt werden können. Und wenn dies die Ursache ist, können sie gelindert oder geheilt werden, wenn der Patient sich die Hyperventilation wieder abgewöhnt.
Anfangs stieß Buteykos Theorie auf erheblichen Widerstand in der medizinischen Fachwelt der damaligen UdSSR. Es dauerte bis 1980, also etwa 30 Jahre, bis sie von der sowjetischen Akademie der Wissenschaften anerkannt wurde. Heute werden in vielen Kliniken Asthmatiker, aber auch Menschen mit anderen Krankheiten wie z. B. Bluthochdruck, nach seiner Methode `behandelt`. D. h. sie werden für einige Zeit betreut und darin unterwiesen, ihre Atmung umzustellen.“
Die bedeutende Rolle des Kohlendioxids im Körper
„Eine lange Zeit galt Kohlendioxid als "Abfallprodukt" des Körpers. Aber die wissenschaftlichen Forschungen haben gezeigt, dass Kohlendioxid ein sehr wichtiger Faktor ist, der die biologischen und physiologischen Prozesse beeinflusst. Kohlendioxid beeinflusst den Stoffwechsel in den Zellen, den Zustand der glatten Muskulatur der inneren Organe und der Gefäβe, den Zustand des Nervensystems, das Säure-Base-Gleichgewicht und den Prozess der Trennung des Sauerstoffes vom Hämoglobin während des Durchganges des Blutes durch die Kapillaren. …
Überatmung, hier übermäβige Kohlendioxid-Abgabe, führt zu erhöhter Alkalinität des Körpers. Um diese auszugleichen, scheiden die Nieren Alkali-Ionen (Kalium, Calcium und Magnesium) über den Urin aus, was zu einem Mineralverlust führt. Langandauernde Überatmung reduziert die Bildung zahlreicher wichtiger Substanzen im Körper, unter anderem steigt das allgemeine Erkrankungsrisiko, da infolge der reduzierten Bildung von Kortikosteroiden die Abwehrkräfte des Körpers abnehmen.“ (intellectbreathing)
Hier werden einige Wirkmechanismen des Kohlendioxids aufgezeigt:
Das Sauerstoffparadoxon
Wir atmen, damit Sauerstoff im Blut zu den Geweben gelangt, wo er für die Energiegewinnung unabdingbar ist.
„Aber nur jener Sauerstoff stellt für den Organismus einen Gewinn dar, der von den Geweben aufgenommen werden kann. Nicht jener, den sie nicht aufnehmen können.“
(Viktor Krauter)
Damit der Sauerstoff überhaupt in die Zellen gelangt, ist das Kohlendioxyd (CO2) in der Atemluft von entscheidender Bedeutung. Viktor Krauter schreibt:
Das Kohlensäure-Arteriolen-Phänomen
Das Lumen (der innere Durchmesser) der Arteriolen wird größer, wenn sich mehr Kohlendioxid im Blut befindet. Umgekehrt verengen sich die Arteriolen, wenn zu wenig Kohlendioxid im Blut ist. Diese Verengung führt zu einer Erhöhung des Blutdrucks.
Das Phänomen der Kapillarisierung:
Das Kapillarnetz (Netz von feinsten Adern, dort gelangen Moleküle aus dem Blut in die Zellen und umgekehrt) in allen Geweben des Körpers wird dichter durch die Kohlensäure ansammelnde Atemmethode. In Ruhe geschlossene Kapillaren werden geöffnet, neue bilden sich.
Das Kohlensäure-Anastomosen-Phänomen:
Bei Stress fährt der Körper die Tätigkeit einiger Organsysteme zurück (z.B. Verdauungssystem). Dies geschieht, indem sich die Anastomosen (Kurzverbindungen von Arterie zu Vene, die sich vor den Kapillarnetzen befinden) öffnen. Das hier durchfließende Blut gelangt nicht zu den Zellen, der Sauerstoff wird wirkungslos wieder ausgeatmet. Ist aber mehr Kohlendioxyd im Blut, schließen bzw. verengen sich die Anastomosen, das Blut gelangt in die Kapillarnetze und versorgt die Zellen.
Das Kohlensäure-Sauerstoff-Phänomen:
Die Abgabe des Sauerstoffs vom Blut an die Gewebe geschieht vollständiger und leichter bei optimalem Kohlendioxydgehalt des Blutes. Es handelt sich hier um den Bohr`schen Effekt, genannt nach dem dänischen Physiologen Christian Bohr, der ihn 1904 entdeckte. Er besagt: Je höher die Konzentration des Kohlendioxyds bzw. der Kohlensäure im Blut, und damit je saurer das Blut ist, desto leichter trennt sich der Sauerstoff vom Hämoglobin
Wenn man die Atemluftmenge einschränkt, erreicht man nicht nur durch die Anreicherung des Blutes mit CO2 positive Auswirkungen auf die Gesundheit, man setzt den Körper gleichzeitig einem „Höhentraining“ aus: Bergluft aus dem eigenen Wohnzimmer.
Bergluft als Heilmittel
In großen Höhen ist die Luft dünn. Gemeint ist, dass der geringere Luftdruck zu einem verminderten Sauerstoffpartialdruck führt, so dass durch die äußere Atmung weniger Sauerstoff ins Blut gelangt verglichen mit Meereshöhe.
„Der wohltuende Einfluss dieser Hypoxie auf den Organismus des Menschen ist seit den Zeiten des Hippokrates bekannt. In den verschiedensten Regionen herrschen unterschiedlichste klimatische Bedingungen, so auch im Hochgebirge, wo ein wesentlich höherer Anteil langlebiger (älterer) Menschen zu finden ist.
Die wissenschaftlichen Forschungen haben gezeigt, dass bei Sauerstoffverknappung (Hypoxie) wie im Hochgebirge sich im Organismus des Menschen nach und nach eine Reihe positiver Reaktionen entwickeln: Im Laufe der Hypoxietherapie wird eine Vergröβerung der physiologischen Reserven erreicht. Deshalb ist Hypoxietraining eine einfache Methode der Verbesserung der Funktionen aller Organe, insbesondere des Gehirns, der Lunge, des Herzens, des Magen-Darm-Kanals, der Reproduktionsorgane und des vegetativen Nervensystems, wie auch zur Therapie und Prophylaxe verschiedener Erkrankungen, zur Normalisierung des Stoffwechsels und zur Stärkung der Immunität. Die allmähliche Sauerstoffreduktion erhöht die Widerstandsfähigkeit des Organismus, verbessert die Aufnahme und die Verwertung des Sauerstoffes im Körper; jede Körperzelle wird auf sparsamste und maximal wirksamste Verwertung des Sauerstoffes für das Erhalten und Verbrauchen der notwendigen Energie umgeschaltet, was zur Normalisierung des Stoffwechsels im Organismus beiträgt. Dabei ist Kohlendioxid ein notwendiger Faktor.
(intellectbreathing)
Bei Bergbewohnern misst man in der Alveolarluft (Gasgemisch in den Lungenbläschen) einen geringeren Anteil an Sauerstoff aber einen höheren Anteil an Kohlendioxid.
Hypoxie und Hyperkapnie wirken zusammen, um alle biochemischen Prozesse im Körper zu normalisieren.
Da wir unsere Atmung willentlich beeinflussen können, können wir durch ein Atemtraining Kohlensäure im Blut ansammeln (Hyperkapnie) und gleichzeitig einen hypoxischen Zustand herbeiführen, also weniger Sauerstoff aufnehmen. Wie dies geht und was es bewirkt, wird nachfolgend in groben Zügen beschrieben.
Die Methode der Gesund-Atmung nach Buteyko
Wenn man weniger ausatmet, verbleibt mehr CO2 im Blut. Wenn man weniger einatmet, gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Demzufolge ist anzuraten, das Atemvolumen generell zu reduzieren. (Anmerkung: Wie schädlich es ist, übermäßig zu atmen, kann man in einem Selbstversuch erleben, wenn man über mehrere Minuten hyperventiliert).
Das Atmen neu lernen bedeutet:
- in Ruhe nur mit dem Zwerchfell atmen (Bauchatmung)
- immer durch die Nase ein- und ausatmen, auch und gerade beim sportlichen Ausdauertraining
- das Atemvolumen verringern durch verschiedene Übungen wie besonders lange ausatmen, einatmen in kleinen Portionen, …
- aushalten eines erträglichen Gefühls von Lufthunger.
Alle Entspannungstechniken, so auch im Yoga, bringen uns die Zwerchfellatmung (auch Bauchatmung genannt) näher. Sie ist bekannt als die gesunde entspannende Atmungsmethode. Aber was daran gut ist, wird kaum jemals erklärt. Zwerchfellatmung ist das Atmen durch längere Bronchienwege in eine weitaus größere Anzahl an Lungenbläschen. Man atmet „tiefer“ als bei der Brustatmung, nicht aber mehr Luftvolumen. Bei der Zwerchfellatmung ist eine viel größere Austauschfläche beteiligt.
Die Buteyko-Methode kann rein willentlich geübt werden und /oder mit Hilfe von einfachen Geräten zum Atemtraining (s.u.)
Frolov forscht weiter und entwickelt ein einfaches Gerät zum Atemtraining
Prof. W. Frolov, Biochemiker aus Russland, nahm die Forschungsergebnisse von Buteyko und anderen auf und forschte weiter. Mit ungewöhnlichen physikalischen Methoden wie der Bioresonanz-Methode entdeckte er weitere erstaunliche Phänomene und Zusammenhänge bei den Atmungsvorgängen. Als ein Resultat seines Wirkens entwickelte er ein einfaches Hilfsgerät für das Atemtraining, genannt „Frolov- Atemtrainingsgerät“ (FRTD), mit dem es möglich ist, weitere Effekte zu erreichen. Das Gerät erhielt im Jahr 1995 vom Russischen Gesundheitsministeriums die Anerkennung und das Patent und ist auch für den EU- Raum zertifiziert. In Deutschland wird das Gerät in der Atmosana-Methode eingesetzt.
Wie wirken die Methoden?
Nach einigen Monaten des täglichen Übens stellt sich die neuronale Steuerung der Atmung auf den ursprünglichen Sollwert zurück. Die Atemübungen werden dann noch 2-3 mal wöchentlich ausgeführt. Die Aufmerksamkeit des Patienten richtet sich lebenslang darauf, nicht wieder in alte Atemmuster zurück zu fallen. Wohl aber kann man zuversichtlich annehmen, dass man aus eigener Kraft gesund wird, ein Leben weitgehend ohne Medikamente führen wird und bis ins hohe Alter gesund bleibt. Auch ist zu erwarten, dass die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken geringer ist, denn ein intaktes Immunsystem schützt.
„Es ist bekannt, dass im Ruhezustand ein Erwachsener 16-20 Atemzüge pro Minute macht. Bei Menschen, die sich regelmäβig mit den Atem- Übungen beschäftigen, reduziert sich diese Anzahl bis auf 8-12 Atemzüge pro Minute.“ (intellectbreathing)
Ist die Wirksamkeit der Methode wissenschaftlich bewiesen? Klinische Studien
In der UdSSR wurden die Werte von Hunderten von Patienten aufgenommen. Da bei Asthma schon nach kurzer Zeit deutliche Erfolge auftreten, wurden die meisten klinischen Untersuchungen an diesem Krankheitsbild durchgeführt. Mehr nebenbei zeigten sich Genesungen ebenso bei vielen anderen Leiden (s.u.). In der UdSSR wurde im Jahr 1995 eine klinische Studie an Tschernobyl-Opfern durchgeführt (Frolov-Methode), es zeigten sich deutliche und vielfältige Besserungen. Untersuchungen zur Wirkung bei Diabetes und Wechseljahres-Beschwerden liegen vor.
Dr. Ernst Adams stellt auf seiner Internetseite (Januar 2008) fest: „Bisher gibt es nur wenige Ansätze der westlichen Schulmedizin, diese Sichtweise zu prüfen. Ein Schritt in diese Richtung war eine vor 10 Jahren in Brisbane, Australien, durchgeführte klinische Untersuchung an 40 Menschen, die seit langem an schwerem Asthma litten. Diese Untersuchung belegte mit hoher statistischer Signifikanz, dass eine Umstellung ihrer Atemweise (Buteyko-Methode) den Asthmatikern nach einigen Wochen des Übens eine Reduzierung ihrer Notfallsprays um durchschnittlich 90% und ihrer vorbeugenden Medikamente (Cortison) um 50% ermöglicht. … Es werden wahrscheinlich die Menschen sein, denen diese Methode hilft, die schließlich ihre Ärzte bewegen werden“.
Ergebnisse aus einigen Studien zur Buteyko-Methode aus westlichen Staaten sind nachzulesen auf der Internetseite von Frau Dr. Smolka.
Zur Leistungssteigerung bei Sportlern hat man nun auch im Westen das s.g. intermittierende Hypoxietraining (IHT) erkannt. Der Sportler atmet täglich für eine begrenzte Zeit (intermittierend) eine Luft ein, deren Sauerstoffgehalt reduziert ist „…wiederholte Sauerstoffmangelexpositionen mit normoxischen Intervallen…“ (2) Dies erfolgt über einen längeren Zeitraum. Dafür ist auch der Begriff „Intervall-Hypoxie-Training“ gebräuchlich.
Anfang 2009 veröffentlichte eine Forschergruppe um Prof. Dr. Lienhard Schmitz von biochemischen Institut der Universität Gießen ihre Ergebnisse im Bereich der Genetik zur Hypoxie-Antwort des Körpers „ Bei Hypoxie werden Gene abgelesen, die unter Bedingungen der guten Sauerstoffversorgung nicht benötigt werden.“ (3).
Welche Wirkungen sind zu erwarten?
Da die Verbesserungen der Energiegewinnung in jeder Zelle stattfindet, die Verbesserungen also grundsätzlicher Art sind, treten Genesungen bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern auf.
Folgende physiologische Veränderungen werden festgestellt:
- Steigerung des Energiepotenzials in den Zellen
- Normalisierung des Stoffwechsels
- Aktivierung des Immunsystems
- Absenkung der freien Radikalen um ein Vielfaches
- Beseitigung von arteriosklerotischen Veränderungen der Blutgefäße
- Leistungssteigerung von Herz, Lunge und Verdauungssystem
- Verlangsamung des Pulses
- Absenkung des Blutdrucks
- Entspannung der Muskulatur
Entsprechend werden Genesungen und deutliche Verbesserungen des Gesundheitszustands bei unten aufgeführten Leiden beobachtet:
- Asthma bronchiale
- Herz-Gefäβ-Erkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem und Allergien
- Rheuma
- Arthrose
- Migräne
- Verdauungsstörungen
- Gelenk- und Rückenschmerzen
- Prostatitis
- Diabetes
- Chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Depression
- Auch von dem Verschwinden von bösartigen Tumoren wird glaubwürdig berichtet.
Es werden mehr als 150 Krankheiten angeführt, die sich mit dem Atemtraining positiv beeinflussen lassen. So betrachtet handelt es sich hier um eine universelle Selbstheilmethode.
Da die Wirksamkeit der Buteyko-Methode- gerade bei Asthma besonders gründlich erforscht wurde, soll hier kurz darauf eingegangen werden.
Atemlos durch falsches Atmen ? - Leben ohne Asthma -
„Wir wissen, dass es kein Asthma und keinen Bronchospasmus gäbe, wenn das CO2-Niveau in den Lungen der Erkrankten nicht abnormal niedrig wäre. Da der Stoffwechsel und das Immunsystem nur dann korrekt funktionieren können, wenn auch das CO2-Niveau normal ist, sorgen die Asthmaanfälle für ein langes und gesundes Leben.“ (Dr. Buteyko)
Der Bronchospasmus als Schutzmechanismus - eine gewöhnungsbedürftige Ansicht des weit verbreiteten Leidens. Die Schulmedizin findet keine befriedigende Erklärung für die ansteigende Anzahl von Asthmafällen in den westlichen Zivilisationen. (vgl. GEO, 2007).
Dr. Ernst Adams, der eine Praxis für Yoga und Körpertherapie führt, hat bei sich selbst schweres Asthma geheilt mit der Buteyko-Atemmethode. Dadurch motiviert ist er inzwischen einer der wenigen Therapeuten im deutschen Sprachraum geworden.
„Asthma und Verstopfung der Nase (Rhinitis) sind so betrachtet also keine Krankheiten, sondern eine Notfallmaßnahme eines Körpers, der meist unbemerkt - verursacht durch Stress oder andere Faktoren - zu viel atmet. Befolgt man diese körperlichen Signale und atmet entsprechend weniger, hören die Beschwerden auf. Stellt man seine Atmung dauerhaft um auf ein normales Maß, treten die Beschwerden kaum noch oder gar nicht mehr auf.“
Warum ist die Methode nicht bekannter?
Leider sind die Grundlagen dieser Methode bisher nur in englischer und russischer Sprache veröffentlicht. Dies ist wohl mit ein Grund für ihren geringen Bekanntheitsgrad in Deutschland. Weltweit hat die Heilmethode zu eindrucksvollen Heilerfolgen geführt, u.a. in USA, Australien, Kanada.
Stellt man sich vor, die Stressauswirkungen verschwänden, die Menschen würden gesund, dann ginge ein Milliardengeschäft auf dem Gesundheitssektor verloren. Von dieser Seite besteht also kein Interesse, Informationen zu verbreiten. Da sich marktwirtschaftliche Strategien auch im Bereich der ehemaligen UdSSR etabliert haben, kann auch von dort aus nicht mit Bewegungen gerechnet werden.
Ein großes Interesse, endlich mehr von den Methoden der Gesund-Atmung zu erfahren, können nur die Patienten haben. Was fehlt, sind qualifizierte Therapeuten und ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung weg vom Pillenschlucken hin zum eigenverantwortlichen Umgang mit der eigenen Gesundheit. Im Bereich Fitness investieren bereits viele Menschen Zeit und Geduld. Diese Einstellung gilt es zu übertragen.
Für wen eignen sich die Methoden?
Grundsätzlich ist mit dramatischen Verbesserungen des Gesundheitszustandes unabhängig vom Lebensalter zu rechnen. Die Methoden des Gesund-Atmens eignet sich demnach
- Als Sofortmaßnahme bei Asthma (Betreuung durch einen erfahrenen Therapeuten)
- Als Heilmethode für schwere Krankheiten, wenn die Wirkungen einer Therapie noch einige Zeit abgewartet werden können (Betreuung durch einen erfahrenen Therapeuten)
- Als ergänzende Maßnahme bei Schwerstkranken (Betreuung durch einen erfahrenen Therapeuten)
- Als begleitende Maßnahme in der REHA
- als Begleittherapie bei verschiedensten Beschwerden (s.o.), um nach und nach Medikamente zu reduzieren (mit einem Arzt absprechen)
- Als Vorbeugung gegen Stress-Symptome (auch bei Kindern)
- Als Methode zur Erhaltung der Gesundheit bis ins hohe Alter
- Als Anti-Aging-Maßnahme
- Als Methode der Leistungssteigerung bei verschiedensten Sportarten
Wie kann man die Methode erlernen?
Wenn man eine der Methoden bereits beherrscht, ist man versucht zu sagen: „So schwer ist das nicht, jeder kann sich die Methode selbst beibringen.“ Die Erfahrung zeigt aber, dass es mehrere Gründe gibt, dies nur eingeschränkt zu bejahen.
- Nicht viele Menschen sind in der Lage, in eigener Regie Bewegungen zu erlernen, so dass eventuell die Zwerchfellatmung nicht korrekt ausgeführt wird, man sich überfordert, die Anweisungen missversteht,….
- Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus die Frage der Motivation. Körperliche Besserungen stellen sich oft erst nach einigen Monaten ein. Bis dahin heißt es: Täglich trainieren. Gespräche zum Verständnis mit einem Therapeuten sind für das Durchhalten daher oft zwingend erforderlich.
Leider gibt es in Deutschland noch viel zu wenige Therapeuten. Vielleicht wird sich dies in Zukunft ändern. Vorstellbar wären dann Gruppentherapien unter erfahrener Leitung. Für schwerkranke Menschen sollte eine individuelle Betreuung angestrebt werden.
Das Frolov-Atemtrainingsgerät wird über das Internet verkauft, es liegt eine ausführliche Gebrauchsanleitung bei. Für Europa steht der Name „Atmosana“ für die Methode.
Im Raum Münster / Bergkamen kann man Hilfe bei dem Privatarzt August Mill erhalten
In Bergkamen gibt es die erste Atmosana-Schule, wo Kurse mit dem Ziel einer Ausbildung zum Trainer angeboten werden.
Es gibt bereits Selbsthilfegruppen, die ihre Motivation in regelmäßigem Erfahrungsaustausch stützen.
Frau Dr. Smolka leitet eine Schule zur Buteyko-Methode in Braunschweig.
In Kürze
- Unabhängig vom Alter wirkt die Umstellung auf eine reduzierte Atmung immer positiv auf die Gesundheit.
- Um dies zu erreichen, werden spezielle sich steigernde Atemübungen täglich ausgeführt (über einen Zeitraum von mehreren Monaten)
- Das Hyperventilations-Syndrom wird erfolgreich behandelt
- Hyperkapnie und Hypoxie wirken dabei in Kombination miteinander
Wo findet man weitere Informationen? - Quellen dieses Textes -
www.atmosana.de
www.atmosana-schule.de
www.intellectbreathing.com
www.yoga-praxis.de (Seite von Herrn Dr. Erst Adams)
www.atemweite.de (Seite von Frau Dr. Sylvia Smolka)
www.dinamika.de
www.mobiwell.com
www.freiesatmen.de
http://buteyko-buch.dynalias.com (Seite von Herrn Viktor Krauter)
www.normalbreathing.com
(2) www.uni-graz.at/alpinmedizin/alpinsymposium9/pdf/AbstractBurtscher.pdf (Februar 2009)
(3) www.g-o.de/wissen-aktuell-9353-2009-01-09.html (Februar 2009)
Bücher:
Dr. med. Andrey Novozhilov: Leben ohne Asthma (erhältlich im Internet)
Viktor Krauter: Die Buteyko-Methode (erhältlich im Internet)
(1) Zinatulin: Healthy Breathing, 1999, S. 11f (erhältlich über Dinamika)
„Während der 9 Jahre bei uns in unserer Klinik und in rund 40 Städten der UdSSR haben wir kein einziges Mal gesehen, dass ein Mensch, der unsere Methode angewendet und seine Atmung tatsächlich verringert hat, keine Erleichterung erlebt hat. So etwas gibt es nicht.“
(K.P. Buteyko, 1970)
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